Wir sprechen mit British Study Centres über nachhaltige Entwicklung in GB

Nachhaltige Entwicklung und soziale Verantwortung von Unternehmen (SVU) sind für uns bei ESL wichtige Anliegen. Krister Weidenhielm, unser Direktor für Produkteentwicklung und Partnerschaften, hat erst kürzlich an der English UK Marketing Konferenz über die wachsende Bedeutung von SVU im Bildungsbereich gesprochen.

Ein Teil unserer Selbstverpflichtung besteht im Bekanntgeben der Kenntnisse, die wir mit unserem eigenen Einsatz bis jetzt erworben haben. Und wir ermutigen unsere Partner, ihre SVU-Politik zu formalisieren. Zu diesem Zweck haben wir ein Instrument zur Selbstbeurteilung SVU für Sprachschulen geschaffen. Die Resultate der Schulen werden auf  unseren Webseiten veröffentlicht.

Eine Gruppe von Schulen hat das Instrument auf perfekte Weise eingesetzt und damit eigene Strategien entwickelt. Es handelt sich um British Study Centres (BSC), einer unserer wichtigsten Partner in Grossbritannien. Wir haben uns mit Andrew Roper, dem BSC Geschäftsführer unterhalten, um mehr zu erfahren über die Art und Weise, wie die nachhaltige Entwicklung bei BSC und in Britannien angegangen wird.

ESL: Warum stellt sich BSC dem Thema der nachhaltigen Entwicklung?

BSC: Umweltfreundliches Verhalten ist heute eine offensichtliche Entscheidung, nicht wahr? Doch wenn ein Unternehmen diesen Entschluss gefasst hat, geht dann alles glatt über die Bühne? Und denken dann alle, es sei eine gute Entscheidung, springen auf den fahrenden Zug und sind bereit, mitzuhelfen?

Unsere Erfahrung zeigt, dass dies nicht unbedingt zutrifft. Sogar 2012 ist es manchmal noch eine echte Herausforderung, die Leute mitzuziehen. Mit dieser Einsicht haben wir in den vergangenen 12 Monaten bei BSC erhebliche Änderungen durchgeführt und jetzt eine sehr positive Richtung eingeschlagen.

ESL: Welche Aktionen wurden durch British Studies Centers in Bezug auf SVU umgesetzt und was wurde im Besonderen erreicht?

BSC: Im April 2011 hat BSC sich mit Unterstützung von ESL zu einer SVU – Charta verpflichtet.

Ein Höhepunkt des Jahres war die Tatsache, dass alle BSC Schulen sich im letzten Jahr an einem Wettbewerb zur Ermittlung der „am meisten verbesserten grünen Schule“ beteiligt haben. Gewinnerin war unsere Schule in London, die bedeutungsvolle Änderungen an ihrer Betriebsführung vorgenommen hat und unter Anderem:

  • den Wasserverbrauch durch Wassereinsparungs-Einrichtungen um 3000 Litern pro Tag verringert hat,
  • ihre Getränke- und Snackautomaten, Wasserkühler und Fotokopierer mit elektronischen Schaltuhren ausgestattet hat und während der Nacht daher keinen Strom verbraucht,
  • jeden Abend Klimaanlage und Computer mit dem Hauptschalter ausschaltet,
  • den Mitarbeitenden und Studierenden klar gekennzeichnete Recycling-Abfallbehälter zum Entsorgen von Papier, Karton, Plastik und Blechdosen zur Verfügung stellt,
  • wieder aufbereitete Druckertoner verwendet und diese dann ebenfalls  wiederaufbereiten lässt,
  • die Mitarbeitenden vermehrt auffordert, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und vom Programm „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“ zu profitieren, mit dem das Unternehmen den Kauf eines Fahrrads durch Hilfsgelder fördert.

ESL: Wie beeinflusste die Tatsache, eine Gruppe von 4 Schulen zu sein, den Vorgang?

BSC: Wir haben als Gruppe den Vorteil, verschiedene Standorte und Gebäude zu besitzen. In den letzten paar Jahren war unser Ziel, beispielhafte Verfahren in unserem Kreis bekannt zu machen. Wenn zum Beispiel eine Schule gute Resultate beim Energiesparen erzielt oder eine erfolgreiche Kampagne für Wiederverwertung geführt hat versuchten wir, den anderen Schulen diese Informationen weiterzuleiten und alle Schulen auf dieselbe Stufe zu bringen. SVU, das Instrument von ESL zur Selbstbeurteilung ermutigt uns, Ideen zu teilen und hat uns zweifellos dazu gebracht, über Nachhaltigkeit zu sprechen. Wir binden alle Mitarbeitenden der Gruppe in das Engagement der SVU–vorbildlichen Verfahren und in kontinuierliche Dialoge über Nachhaltigkeit ein.

Ein bedeutender Bereich der SVU, bei dem jeder Mitarbeitende des Unternehmens im letzten Jahr eine Rolle gespielt hat beinhaltet die Sammelaktionen, die bei unserer lokalen und breiteren Gemeinschaft eine positive Auswirkung hatten. Im letzten Jahr waren wir an neun verschiedenen gemeinnützigen Aktionen beteiligt und haben dank den folgenden Initiativen über £ 3’000 eingenommen: Comic Relief, Red Nose Day, Speak English Red and Yellow Card, Families in Africa, East Africa Appeal, Easter Raffle, Bike Ride for Japan, I love Japan Day, Japan Relief Fundraiser.

Überdies macht unser Unternehmen jedes Jahr eine bedeutende Zuwendung an ihr permanentes Hilfsprojekt, die Hotcourse Foundation, welche hilft, die Ausbildung von HIV positiven Kindern in der Dritten Welt zu finanzieren.

ESL: Wie hilft Ihnen das Instrument von ESL zur Selbstbeurteilung bei Ihrem Verfahren?

BSC: Bei der Bereitstellung unserer SVU-Charta war die Unterstützung durch ESL sehr wichtig. Früher bemühte sich jede einzelne Schule individuell, die gesteckten Ziele Im Bereich der Nachhaltigkeit zu erreichen. Es fehlte jedoch ein übergreifendes Management, man arbeitete oft aus dem Stegreif. Viele Dinge, die jetzt in der Charta aufgeführt sind, haben wir bereits getan, allerdings oft widersprüchlich. Die Strategie, die wir mit Hilfe des Instruments von ESL zur Selbstbeurteilung ausgearbeitet haben hat unseren Schulen geholfen, sich sowohl individuell wie auch als Teil der Gruppe zu entwickeln.

Das Instrument war auch ein guter Motivator, der uns dorthin brachte, wo wir hinkommen wollten. Es war sehr interessant, unsere Resultate auf der ESL Webseite zu sehen und dies hat uns motiviert, uns weiterhin zu verbessern. Die Schulen liegen untereinander im Wettstreit um die besten Testresultate!

Fanden Sie die zum Instrument gehörenden Forums hilfreich?

Das Instrument ermutigt die Schulen, Informationen und Ideen sowohl innerhalb der Gruppe wie auch international mit anderen Schulen auszutauschen. So haben wir zum Beispiel mit anderen Schulen einer Gruppe in Kanada Ideen ausgetauscht. Ausserdem wird der Dialog unter unseren Schulen gefördert.

ESL: Was haben Sie als Nächstes geplant?

BSC: Es ist manchmal schwierig, SVU ganz zuoberst auf der Agenda zu behalten und hier in Britannien hat dieses Thema in den letzten Jahren definitiv den zweiten Platz hinter dem Wachstum eingenommen. Doch anhaltendes Wachstum und Nachhaltigkeit sind eng verbunden, und viele Elemente der SVU führen auch zu Kosteneinsparungen.

Die nächsten Herausforderungen sind, Senior Management in den Vorstand einzubringen und das Interesse der Mitarbeitenden aufrecht zu erhalten. Die objektive Überwachung der Fortschritte im Bereich Energie, Wasser und Verbrauch von Ressourcen ist bis heute noch nicht einsatzfähig.

ESL: Inwiefern nimmt GB eine übereinstimmende und/oder herausfordernde Haltung in Sachen SVU-Politik und -Aktionspläne an?

BSC: IN GB bestehen sehr wenige Rechtsvorschriften, welche Unternehmen wie BSC zwingen können, grüner oder verantwortungsbewusster zu werden. Ohne diesen Ansporn muss man selbst einen Kosten-Nutzen-Weg zur Einführung der SVU finden. Das heißt, dass es ist auf jeder Stufe sehr schwierig sein kann, ein Unternehmen zur SVU-Verpflichtung zu führen.

GB kann nicht als ein SVU-freundliches Land bezeichnet werden. Während viel Kenntnis im Bereich der Nachhaltigkeit vorhanden ist, fehlt es oft an praktischer Umsetzung. So liebt es der Engländer zum Beispiel, seinen Garten mit einem Schlauch zu spritzen und begreift nicht, warum dieser nicht mehr wünschenswert, finanziell tragbar oder nachhaltig ist. Recycling-Möglichkeiten wurden in GB ebenfalls spät angeboten. Während in den meisten Haushalten heute Recycling an der Tagesordnung ist und ein Abfalleimer neben einem Recycle Behälter für Papier/Plastik und andere wiederverwertbare Stoffe steht ist in der Industrie, vor Allem in mittleren und kleinen Unternehmen, das Recycling nicht selbstverständlich.

Wenn Sie ein Unternehmen oder ein Stadtzentrum oder eine Touristenattraktion in GB besuchen, sehen Sie im Allgemeinen nur einen Abfalleimer und keinen Behälter fürs Recycling. So gesehen bietet GB ein anspruchsvolles Umfeld für SVU-engagierte Unternehmen. Als Organisation im Ausbildungssektor sind wir entschlossen, diesen Sachverhalt zu verändern, indem wir auf die verschiedenen mit uns assoziierten Personen einen positiven Einfluss nehmen – auf unsere Mitarbeitenden, unsere Studierenden, Besitzer, Vertreter, Zulieferer und auf die lokale und breitere Gemeinschaft.  Das ist eine Herausforderung, die wir gerne aufnehmen.

ESL: Danke, Andrew!

Sehen Sie hier das Instrument von ESL zur Selbstbeurteilung SVU.