Weihnachtstraditionen in Europa

Reisen Dezember 22, 2020

Falls du bisher geglaubt hast, die Weihnachtstraditionen auf der ganzen Welt seien identisch, dann hast du dich mächtig geirrt. Wir stellen dir nachfolgend die sehr spezifischen Weihnachtstraditionen von drei europäischen Metropolen vor. Lehn dich also zurück, gönn dir eine heiße Schokolade und lies weiter.

Rom

So richtig verwöhnt wirst du, wenn du in der glücklichen Lage bist, Weihnachten bei einer einheimischen Familie in Rom zu verbringen. Das Essen am Heiligen Abend wird La Vigilia genannt und besteht aus 7 oder mehr Gängen! Zum Glück sind die Gerichte heute dank Fisch und Gemüsen etwas leichter, damit du dich vor dem großen Weihnachtsmahl am Weihnachtstag noch etwas schonen kannst. Und wenn du am 6. Januar, am Dreikönigstag, immer noch in Rom weilst, kannst du zudem Bekanntschaft mit La Befana machen, einer gütigen alten Hexe, die den braven Kindern Süßigkeiten schenkt und die Unartigen mit Kohle bestraft. Vergiss aber auf keinen Fall, dir ein Glas Rotwein bereitzustellen!

Barcelona 

Es gibt wohl kaum Weihnachtstraditionen in Europa, die so seltsam sind wie jene, die man in Barcelona antrifft. Da wäre zunächst einmal die Weihnachtskrippe, die von den Kindern in Barcelona mit viel Liebe und schönen Krippenfiguren jedes Jahr eingerichtet wird. Aber schau dir die Figuren in der Krippe mal etwas genauer an: Neben Maria, Josef und dem Jesuskind findest du hier auch den caganer, ein traditioneller katalanischer Bauer, der… hmm… gerade mal auf die Toilette muss. Über den Ursprung dieser Figur ist man sich nicht im Klaren, aber sie ist in jedem Fall ein echter Hingucker und inzwischen auch ein äußerst beliebtes Mitbringsel!

Eine weitere Kuriosität in Barcelona ist der caga tió, ein Holzstamm mit Gesicht und Beinen. Er wird im Wohnraum aufgestellt, wo er von den Kindern während der Adventszeit „gefüttert“ wird. Am Weihnachtsabend singen dann die Kinder ein Lied und schlagen auf den Stamm ein, bis er platzt und ihre Geschenke freigibt. Ja, das ist tatsächlich so! 

Paris

In der Lichterstadt hingegen setzt man alles auf das Essen am Weihnachtsabend! Das weihnachtliche Festmahl hier nennt sich Réveillon, und auf dem Tisch türmen sich Austern, Kaviar und Foie gras. Hättest du in Paris etwas anderes erwartet? Vor deiner Abreise aus dem weihnachtlichen Paris solltest du unbedingt eine bûche de Noël kosten, denn dieser Buttercremekuchen in Form eines Holzscheits hat Kultstatus.

Ebenfalls erwähnenswert: 

  • Europas größter Christbaum befindet sich in Lissabon, er ist 76 Meter hoch (und selbstverständlich kein echter Baum!).
  • In den Niederlanden kann man die Rentiere Rudolph und seine Kollegen vergessen… Hier reitet der Weihnachtsmann auf einem Pferd, das Amerigo heißt.
  • Schweden feiert mit einer Weihnachtsziege aus Stroh, die leider Jahr für Jahr von Vandalen angezündet wird und abbrennt.
  • Tag der Verstorbenen oder Weihnachten? In Wales zieht ein Mari Lwyd genannter Stutenschädel mit weihnachtlichen Sternsingern durch die Straßen.
  • Der Weihnachtsmann hat ein Alter Ego in Wien oder München – der Krampus ist eine Art Dämon, der die ungezogenen Kinder terrorisiert!
  • Der Weihnachtsabend in Polen wird Wigilia genannt und beginnt, sobald der erste Stern am nächtlichen Himmel Erscheint. Man isst ein 12-Gang-Menu, dessen Höhepunkt der Karpfen ist.
  • In Island bringen 13 „Weihnachtskerle“ die Geschenke! Am besten wünscht man sich übrigens Kleider, denn sonst wird man von der riesigen Weihnachtskatze sofort gefressen!

Fröhliche Weihnachten! 🙂

Bilder: Rome von Giuseppe Milo via cc, Barcelona von Valerie Hinojosa via cc und Berlin von Marcus Meissner via cc

Von Leah Ganse

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