Britisches Englisch vs. amerikanisches Englisch: Das sind die Unterschiede

Sprachen lernen März 24, 2020

Es ist unglaublich: Weltweit sprechen 1,5 Milliarden Menschen Englisch. Das sind ungefähr 20 Prozent der gesamten Weltbevölkerung! Für rund 370 Millionen Menschen ist Englisch die Erstsprache – welches Englisch sie sprechen, hängt davon ab, woher sie kommen. In Australien, Südafrika, dem Vereinigten Königreich und in den USA – dies sind nur einige wenige Beispiele für Länder, in denen Englisch offizielle Landessprache ist – werden verschiedene Varietäten des Englischen gesprochen. Allerdings verstehen sich die jeweiligen Sprecher untereinander problemlos. Die beiden bekanntesten Varietäten des Englischen sind das britische und das amerikanische Englisch – und wenn du zu der Milliarde von Menschen gehörst, die derzeit Englisch lernen oder du darüber nachdenkst, die weltweit meistgesprochene Sprache zu lernen, wirst du dich vielleicht fragen, worin genau die Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem britischen Englisch liegen. In unserer praktischen Übersicht haben wir die wichtigsten Unterschiede für dich zusammengestellt.

Wie kommt es zu den Unterschieden zwischen dem britischen und dem amerikanischen Englisch?

Siedler brachten die englische Sprache im 16. und 17. Jahrhundert in die heutigen USA, wo sie sich etwas anders als im Vereinigten Königreich entwickelte. Die beiden Varietäten blieben sehr nahe beieinander, es gibt aber doch einige kleine Unterschiede. In den USA wurde die Schreibweise einiger Wörter vereinfacht, insbesondere wenn es um die Beschreibung von Dingen ging, die in die Zeit nach der Ankunft der ersten Siedler fielen. So gibt es besonders viele Unterschiede bei allem, was mit Fahrzeugen zu tun hat, wie boot (UK-Englisch) and trunk (US-Englisch) für Kofferraum oder gas (US-Englisch) und petrol (UK-Englisch) für Benzin.

Vokabular

VokabularObwohl beide Sprachvarianten zum Großteil dasselbe Vokabular verwenden, gibt es doch ein paar Unterschiede. So werden Sportschuhe im britischen Englisch als ‘trainers’ bezeichnet, während sie im amerikanischen Englisch ‘sneakers’ heißen. Für Urlaub verwenden die Amerikaner das Wort ‘vacation’, die Briten ‘holiday’. Die Briten genießen zu ihrem Tee einen ‘biscuit’, in den USA wird der Keks ‘cookie’ genannt. Wenn du im Vereinigten Königreich nach ‘chips’ fragst, bekommst du Pommes Frites, in den USA dagegen Chips, die im britischen Englisch wiederum ‘crisps’ heißen. Wenn es draußen etwas kühler wird, ziehen sich die Amerikaner einen ‘sweater’ über, die Briten aber einen ‘jumper’. Angesichts der enormen Beliebtheit US-amerikanischer Shows und Musik und der weltweiten Verbreitung der amerikanischen Kultur, übernehmen auch die Briten immer mehr amerikanische Begriffe. So kann man einen Freund im Vereinigten Königreich inzwischen genauso gut ‘want to catch a movie?’ fragen, wenn man einen Film mit ihm anschauen möchte, wie die britische Formulierung ‘want to see a film?’ zu verwenden. Die Offenheit gegenüber der jeweils anderen Varietät besteht auch andersherum: Lest dazu den faszinierenden Blog von Ben Yagoda, Professor für Englisch, der darin einige seiner Lieblings-„Britishisms“ aufzählt, die sich in den USA immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Rechtschreibung

Einige Wörter werden im britischen Englisch anders geschrieben als im amerikanischen Englisch. Das kommt daher, dass die Rechtschreibung im 17. und 18. Jahrhundert zunehmend standardisiert wurde, insbesondere nach der Veröffentlichung von Samuel Johnsons A Dictionary of the English Language im Jahr 1755.  In den USA wurde die Rechtschreibung Stück für Stück vereinfacht und die vereinfachte Schreibweise dann im A Compendious Dictionary of the English Language von Noah Webster standardisiert, das 1806 erschien. So wurde die britische Endung ‘-our’ in den USA auf ‘-or’ verkürzt. Heute wird das britische ‘colour’ in den USA also ‘color’ geschrieben, aus ‘neighbour’ wurde ‘neighbor’ etc. Auch viele Wörter, die in der britischen Schreibweise auf ‘-ise’ enden, wurden in den USA in ‘-ize’ geändert, wie bei ‘realise/realize’, ‘recognise/recognize’ etc.

Akzent

Neben dem Vokabular gibt es noch einen weiteren Aspekt, in dem sich das britische vom amerikanischen Englisch unterscheidet. Eine der Kuriositäten des britischen Englisch ist die enorme Anzahl an regionalen Akzenten, die auf dieser relativ kleinen Insel entstanden sind. Das ‘Queen’s English’ – wenn du ein Fan der beliebten TV-Serie The Crown bist, hast du sicher schon einmal davon gehört – ist nur einer davon. Da sich die englische Sprache über anderthalb Jahrtausende im Vereinigten Königreich entwickelt hat, finden sich bereits bei relativ nah beieinanderliegenden Orten Unterschiede in der Aussprache – so klingt das Englisch in Manchester ganz anders als das in Liverpool, obwohl die beiden Städte gerade einmal 50 Kilometer weit auseinanderliegen. In den USA sind die Unterschiede bei der Aussprache weniger ausgeprägt, so dass man nicht unbedingt sofort hört, aus welchem Teil der USA ein Sprecher stammt, auch wenn man grob die Akzente im Norden, Mittelland und Süden voneinander unterscheiden kann.

Welches Englisch solltest du lernen?

Welches Englisch solltest du lernen? Für dich als Englischlerner ist die Wahl zwischen englischem und amerikanischem Englisch viel unbedeutender als die Auswahl der Destination, an der du die Sprache lernst. Wenn du zum Beispiel einen Englischkurs mit Surfen verbinden möchtest, bist du mit Santa Monica besser bedient als mit South London. Wenn du eine Stadt suchst, in der du von besonders viel britischer Geschichte umgeben bist, ist London wohl die beste Wahl. Dann gibt es aber auch noch Australien, Kanada, Indien, Irland, Neuseeland und Südafrika. Alle diese Länder haben ihre eigene englische Variante (manchmal sogar mehrere).

Außerdem – wenn Englisch nicht deine Muttersprache ist, kann dein Englisch zum Englisch der Zukunft werden… heutzutage sprechen mehr Menschen Englisch als zweite oder dritte Sprache denn als Muttersprache.

Mach eine Englische Sprachreise ins Ausland!

Von Mary-Ann Gallagher

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