Liebesgrüße aus St. Petersburg

Vor einigen Monaten haben wir unsere Serie über die Reiseabenteuer unseres Züricher ESL-Kollegen Alexander begonnen. Nachdem er uns in seinen letzten Blogartikeln bereits an so faszinierende Orte wie Jordanien, Malta und Shanghai entführt hat, nimmt er uns heute mit auf eine Sprachreise in Sankt Petersburg.

 

Wie über alle anderen Länder und Bevölkerungsgruppen gibt es auch über Russland einige Vorurteile und Klischees. Die mediale Berichterstattung in den letzten Monaten und Jahren haben der Meinung über Russland wohl nicht unbedingt positiv entgegengewirkt. Bei jeder Reise in ein neues Land, ist es für mich ein absolutes Muss, all diese Klischees und Geschichten beiseite zu legen und mit viel Offenheit sowie kindlicher Neugier einzutauchen und sich eine eigene Meinung zu bilden.  

Nach meiner Zeit in St. Petersburg musste ich feststellen, dass ich mich wohl fast ein bisschen verliebt habe in diese unglaubliche Stadt und die Menschen. Selten sind mir die Einheimischen mit so viel ehrlicher Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft entgegengetreten. St. Petersburg pulsiert und an jeder Ecke wird man durch einen neuen Prachtbau beeindruckt. Orte wie die Auferstehungskirche oder die Eremitage, eines der bedeutendsten und größten Kunstmuseen der Welt, sind zauberhaft und ein absolutes must-see. Fehlende Möglichkeiten für kulturelle Aktivitäten kann man der Stadt definitiv nicht vorwerfen. Es gibt über 300 Museen und nicht weniger als 70 Theater stehen zur Auswahl. Doch nicht nur Kulturliebhaber kommen voll und ganz auf ihre Kosten, auch Freunde des Nachlebens werden nicht enttäuscht werden. Von ungezwungenen und lockeren Studenten-Bars an der Dumskaja Straße bis zu nobleren Bars und Nachtclubs am Konushennaja Platz, das Nachtleben in St. Petersburg lässt keine Wünsche offen.

 

Im Vergleich zum pompösen und imposanten Moskau wirkt die Stadt am Newa Fluss einiges relaxter und familiärer, dennoch hat St. Petersburg einen ganz speziellen Vibe, der einen nicht mehr loslässt und das Verlangen weckt, die Stadt noch intensiver zu erkunden. Neben den architektonischen Meisterwerken tragen vor allem die Einwohner von St. Petersburg zum Wohlfühlambiente bei. Es ist nicht schwierig mit Leuten ins Gespräch zu kommen trotz fehlender Russischkenntnisse und die Hilfsbereitschaft ist imponierend. Anhand eines Beispiels ist dies etwas einfacher zu verstehen. Einer russischen Bekannten wurde das Auto abgeschleppt, während wir zu Fuß unterwegs waren. Als wir zurückkamen und dies bemerkten, war sie etwas durch den Wind und fragte Passanten, wo das Auto wohl hingebracht wurde. Innerhalb kurzer Zeit kamen mehrere Leute dazu, diskutierten munter über den möglichen Standort des abgeschleppten Autos und halfen uns dann auch noch zum Abschlepphof zu gelangen.

Bestimmt ist es nervig das Visum zu beantragen und ganz sicher wird man in den Medien genügend Gründe finden, Russland nicht zu besuchen, aber nach der Rückkehr von meiner Sprachreise in St. Petersburg kann ich mit Sicherheit sagen, dass sich ein Besuch lohnt und St. Petersburg definitiv zur Top 5 meiner bisher bereisten Städte zählt

 

Sprachreise in St. Petersburg mit ESL 

Eine ehemalige Studentin unserer Partnerschule Liden & Denz sagte einst “Russisch zu lernen ist wie von einer Felswand zu springen ohne Fallschirm, man begibt sich in eine neue Welt mit eigener Melodie, Rhythmus, Helden, Geschichte und Kultur”. Liden & Denz legt nicht nur Wert auf die sprachlichen Fortschritte der Kursteilnehmer sondern will ihnen auch die Geschichte und Kultur des mit Abstand größten Landes der Welt näherbringen unter anderem mit zahlreichen Ausflügen sowie Aktivitäten.

Die Schule liegt in absoluter Toplage nur wenige Gehminuten entfernt von der bekannten Prachtstraße Newski-Prospekt und verfügt über 13 modern eingerichtete Klassenzimmer. Von normalen Russischkursen über Business-Russisch bis zu einer Kombination von Russisch und Literatur bietet Liden & Denz eine große Auswahl für jeden Kursteilnehmer. Aus eigener Erfahrung kann ich empfehlen, sich vor einer Russlandreise schon mal mit dem kyrillischen Alphabet bekannt zu machen, das vereinfacht den Einstieg in den Alltag um einiges.

 

Meine 5 persönlichen Tipps 

  1. Schlossbrücke bei Nacht

Die Schlossbrücke ist zweifelsfrei die bekannteste Brücke in St. Petersburg und verbindet das Stadtzentrum mit der Wassilij Insel. In den Nächten von Mitte Mai bis Mitte November kann man jeweils Zeuge eines besonderen Spektakels werden. Die Brücke öffnet sich und mit klassischer Musik im Hintergrund fahren dutzende Schiffe vorbei und sorgen für eine tolle Atmosphäre. Am besten lässt sich dieses Ereignis vom südlichen Newa-Ufer aus beobachten.

 

  1. Die Metro von St. Petersburg

Ich bin normalerweise kein großer Fan von U-Bahnen. Aufgrund der düsteren Atmosphäre, Lärm und fehlendem Tageslicht bevorzuge ich Zug oder Bus. In St. Petersburg liebe ich jedoch die U-Bahn, weil jede Station ein neues Gesamtkunstwerk darstellt und man aus dem Staunen kaum mehr rauskommt. Eine meiner Lieblingsstationen ist die Awtowo-Station an der roten Linie. Die imposanten Kronleuchter in Kombination mit den stilvoll verzierten Säulen haben mich beeindruckt und ich fühlte mich wie in einem altehrwürdigen Ballsaal. Zudem ist die Fahrt mit der U-Bahn extrem preiswert und glücklicherweise ist es seit 2009 auch erlaubt, Fotos zu machen von den Metro-Stationen.

 

  1. Bashni Live Music Club

Im Süden des Stadtzentrums versteckt in einer alten und unscheinbaren Industrieanlage befindet sich dieser Geheimtipp. Tagsüber werden hier typisch russische Mahlzeiten serviert und an den Wochenenden ertönt abends Live-Musik aus dem ehemaligen Gasometer. Besonders Blues- und Rockfans werden begeistert sein von den tollen Acts. Aufgrund der einzigartigen Location, den freundlichen, mehrheitlich einheimischen Gästen kann ich diesen mit viel Liebe zum Detail und Kreativität eingerichteten Club wärmstens empfehlen.

 

  1. Schloss Peterhof

Nicht ohne Grund gilt das Schloss Peterhof als eine der beliebtesten und beeindrucktesten Sehenswürdigkeiten Russlands. Es ist schlicht und einfach nicht möglich St. Petersburg zu verlassen ohne dieses architektonische Meisterwerk zu besuchen. Es ist schwierig die Schönheit des Schlosses und der ganzen Anlage am finnischen Meerbusen zu beschreiben. Der Blick von der großen Kaskade auf die Wasserfontänen, die Dutzenden goldenen Figuren und das pompöse Schloss im Hintergrund wirken surreal wie aus einem Märchen. Ein entspannter Spaziergang durch den riesigen Schlosspark rundet diesen tollen Ausflug ab. Peterhof liegt ca. 30 Kilometer westlich vom Zentrum und ist unter anderem auch mit dem Boot in weniger als 40 Minuten erreichbar.

 

  1. Moskwa Restaurant

Sobald man dieses Restaurant im Stadtzentrum betritt, fühlt man sich wie zu Hause. Die bequemen Sofas und die liebevolle Einrichtung laden zum Verweilen ein. Es war meine erste Mahlzeit auf russischem Boden und es sollte eine meiner besten bleiben. Die russische Borschtscht Suppe war vorzüglich und machte mich schon nahezu satt, jedoch konnte ich nicht auf die leckeren Manti (mit Hackfleisch und Linsen gefüllte Teigtaschen) verzichten, die in Sauerrahm gedippt werden. Das Restaurant verfügt auch über eine Terrasse mit tollem Ausblick, jedoch sind die Tische dort in den meisten Fällen nur mit vorheriger Reservierung verfügbar. Wer gerade auf Diät ist, sollte einen weiten Bogen um das toll präsentierte Dessertschaufenster machen. Es ist nahezu unmöglich diesen Köstlichkeiten zu wiederstehen.

 

Entdecken Sie St- Petersburg, seine unvergleichlichen Schätze und seine versteckten Facetten – und verbannen Sie definitiv alle Vorurteile über Russland! Dieses Land von gigantischem Ausmaß muss man kennenlernen!