Wie K-Pop zum Welthit wurde

Sprachen lernen Oktober 21, 2019

Gibt es irgendeine Ecke der Welt, die noch nicht vom K-Pop erobert wurde? Nachdem auf dem Coachella-Festival bekannte amerikanische und britische Musiker mit koreanischen K-Pop Bands kollaboriert haben und K-Pop Konzerte rund um den Globus ganze Stadien innerhalb von Sekunden füllen, kann man mit gutem Gewissen sagen, dass K-Pop sich seinen Platz in der Geschichte der Weltmusik gesichert hat. Doch wie kam es dazu? Wie wurde K-Pop zum Welthit, der jegliche Grenzen überwindet?

Erster Teil: die Geburt des K-Pop

In den frühen 90er-Jahren existierte das Konzept von K-Pop noch nicht wirklich. Natürlich gab es koreanische Popmusik, doch fokussierte sich diese mehr auf die ältere Generation, die mit koreanischem Trot (ein Musikgenre mit charakteristischem Zweitaktrhythmus) aufwuchs, nachdem amerikanischer Pop in den 1970ern verboten worden war.

Während den 1970ern und 80ern entwickelte sich die koreanische Popmusik mit ihrem eigenen, außerhalb des Landes kaum für Aufmerksamkeit sorgenden Stil. Vor allem jüngere Leute hörten hauptsächlich ausländischen und nicht koreanischen Pop. Doch 1992 sollte eine TV-Talentshow das Gesicht des koreanischen Pop für immer verändern: Seo Taiji and Boys schafften es mit einem Mix aus Hip-Hop, Rap und Europop mit koreanischen Texten in die Show. Die Jury hasste und das Publikum liebte sie – und innerhalb kürzester Zeit stürmten sie die Charts.

Ihr Erfolg ebnete einer neuen Welle koreanischer Künstler, die mit verschiedenen musikalischen Einflüssen experimentierten, den Weg und K-Pop begann sich in Asien auszubreiten. Für Teenager wurden Idol-Bands gegründet, während Solokünstler ihr Glück beim internationalen Publikum versuchten.

Zweiter Teil: hallyu, die Koreanische Welle

Der Begriff hallyu wurde erfunden, um das Phänomen der sich über den Globus ausbreitenden und an Beliebtheit gewinnenden koreanischen Kultur zu beschreiben. K-Pop und K-Drama drangen erst zu anderen, hauptsächlich ost- und südostasiatischen Ländern vor und nahmen binnen Kürze soziale Medien wie Facebook für sich ein (ganz im Gegensatz zu anderen asiatischen Nationen wie beispielsweise China, welches seine eigenen Netzwerke hat und kaum internationale Medien benutzt). Auf diese Weise konnte K-Pop ganz einfach online geteilt werden und sich ohne größeren Aufwand seinen Weg um die Welt bahnen.

K-Pop Bands sind auf Erfolg ausgerichtet und wollen nicht nur musikalisch, sondern auch visuell überzeugen. Perfekt einstudierte Tanzeinlagen, endlos lange Musikvideos, grelle Outfits und coole Sounds sind ihr Erfolgsrezept, um ein breites Publikum zu begeistern – vor allem Teenager. In den späten 2000ern hatten sich koreanische Bands bereits in den meisten asiatischen Ländern einen Namen gemacht.

Dritter Teil: Gangnam Style

Auch wenn es vielleicht keiner mehr hören kann, aber wir konnten unmöglich einen Post über das Phänomen K-Pop verfassen, ohne Psy zu erwähnen. Sein Gangnam Style belegte ganze fünf Jahre lang die Spitze der YouTube-Charts und war das erste Video, welches die Milliardengrenze knackte. Dies war ein historischer Moment in der Geschichte der koreanischen Popmusik, denn inzwischen schwamm die ganze Welt auf der koreanischen Welle und bewies damit, dass ein Song nicht verstanden werden muss, um zu gefallen.

Auch wenn Gangnam Style nur so etwas wie eine Werbemasche in der Welt des K-Pop war, rief es eine stetig wachsende K-Pop Fangemeinde ins Leben. Auf der ganzen Welt begannen Leute in nie zuvor gesehenen Ausmaßen K-Pop zu streamen und machten diesen so populär, dass die YouTube-Views quasi über Nacht in astronomische Höhen schossen. Auf jedermanns YouTube-Startseite erschienen nun die beliebtesten Videos und im Nu hatte die Koreanische Welle die Welt erobert.

Vierter Teil: YouTube-Sensation

Was wäre K-Pop ohne das Internet? In den letzten Jahren ist die Fangemeinde rund um den Globus rapide gewachsen und inzwischen hat fast jede K-Pop Band seine treuen Follower, welche bereit sind, ihren Favoriten an die Spitzen der Streaming-Plattformen zu katapultieren und alle nur denkbaren und undenkbaren Rekorde zu brechen.

BTS (Bangtan Boys), eine von Koreas berühmtesten Boybands, brachte im April 2019 ihre Single ‚Boy with Luv‘ heraus und triumphierte damit über Nacht. Es wurde zum meistgesehenen Musikvideo in den ersten 24 Stunden nach seiner Veröffentlichung, nachdem nur wenige Tage zuvor die koreanische Girlgroup Blackpink mit ihrer Single ‚Kill This Love‘ dasselbe erreicht hatte. K-Pop hatte endlich den Weg in die US-amerikanischen, britischen, französischen und australischen Charts geschafft und würde sich dank hipper Musikvideos, eingängigen Ohrwurm-Singles und spektakulären Dance Moves, die selbst Leute mit zwei linken Füßen zur Nachahmung anregen, nicht so schnell wieder daraus vertreiben lassen.

Auch die koreanische Sprache hat im Zuge der koreanischen Welle enorm an Beliebtheit gewonnen. Einer Studie der Modern Language Association zufolge stieg die Zahl der Einschreibungen für Koreanischkurse an US-amerikanischen Universitäten in nur drei Jahren um 14 % an. Und unter den Sprachreiseprogrammen von ESL ist Koreanisch eines der vier am schnellsten wachsenden Programme, besonders für unter 18-Jährige! Zu Tausenden strömen sie nach Südkorea, um die koreanische Sprache zu studieren und mehr über Koreas Kultur zu lernen – und natürlich, um zu K-Pop-Hits zu tanzen und zwar dort, wo alles begann.

Ihr wollt wissen, was an dem Hype wirklich dran ist? Eine Sprachreise nach Korea ist eine fantastische Möglichkeit, um die koreanische Kultur und Sprache hautnah zu erleben. Mit Sicherheit werdet ihr euch genauso schnell in Südkorea verlieben wie wir!

Lerne die Sprache des K-Pop

Quellen:

  • https://koreancultureblog.com/2015/03/06/evolution-of-k-pop-series-1970s-and-1980s/
  • https://www.bbc.com/news/business-44770777
  • https://www.rollingstone.com/music/music-features/bts-kpop-albums-bands-global-takeover-707139/
  • https://www.bbc.co.uk/newsround/47996730
Von Emily Lawrenson

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