Sprachkenntnisse sind NICHT alles…

Lernen mit vollständigem Eintauchen in die Sprache ist der schnellste Weg zum flüssigen Beherrschen dieser Sprache. Doch von einem Sprachaufenthalt im Ausland kann man nicht nur Sprachkenntnisse nach Hause mitnehmen; eine Vielfalt immaterielle Kompetenzen sind ebenfalls in der Pauschale inbegriffen.

Diese werden als „soft skills“ bezeichnet und umfassen allgemein die sozialen Kompetenzeneines Menschen. Auf dem Lebenslauf – auf dem sich Alle „hart arbeitende Teamplayer“ bezeichnen –  sind sie zwar nicht leicht aufzuführen, doch von den Arbeitgebern werden sie unter den  höchstbewerteten Eigenschaften aufgeführt. Wenn Sie für ein Vorstellungsgespräch aufgeboten werden heben Sie sich damit von den anderen Bewerbern ab.

Diese für Ihr Leben wesentlichen Softskills ermöglichen es Ihnen, Ihre Existenz auf unerwartete Weise besser gestalten zu können.

Was sind Softskills?

Sozialkompetenzen sind zum Beispiel Anpassungsfähigkeit, die Fähigkeit Probleme zu lösenund die Eignung als Team-Player. Kompetenzen in der Kommunikation und besonders dieFähigkeit, Anderen zuzuhören und konstruktive Kritik zu akzeptieren sind die am höchsten bewerteten Softskills, denn diese Fähigkeiten bezeugen Lernwillen.

Viele dieser Kompetenzen werden dank Selbstvertrauen aufgebaut- Gleichzeitig steigt Ihr Selbstvertrauen mit der Entwicklung dieser Fähigkeiten. Vertrauen bringt Erfolg, Erfolg bringt Vertrauen.

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Unternehmen bezahlen viel Geld für die Entwicklung dieser Softskills bei ihren Mitarbeitern. Wenn Sie also während Ihres Vorstellungsgesprächs vorzeigen können, dass Sie diese Eigenschaften besitzen und dank Eigeninitiative erworben haben können Sie damit ein wertvolles Gut vorweisen. Dabei ist die Tatsache, dass diese Fähigkeiten Teil Ihres Wesens geworden sind, ein wunderbarer Aspekt Ihrer Persönlichkeit – Sie müssen diese dann nicht einmal hervorheben, ihre Einwirkung ist offensichtlich.

Was hat dies mit einem Sprachaufenthalt zu tun?

Gaëlle Duriaux hat einen Monat lang in London Englisch gelernt und beschreibt dies als eine „Lebenserfahrung dank der man Vieles über eine Sprache lernt, was das wichtigste Ziel darstellt, aber auch lernt, unabhängig zu sein und sich selbst in die Hand zu nehmen“.

Die Kompetenzen, die Sie im Klassenzimmer brauchen, zum Beispiel die Fähigkeit zum Arbeiten in einer Gruppe oder zum Präsentieren einer Arbeit können direkt in Ihr Berufsleben umgesetzt werden. Fähig sein, vor der Klasse zu sprechen – vor Allem in einer Fremdsprache – verlangt Mut und die Fähigkeit, seine Angst zu überwinden. Sie werden es kaum glauben: auch die erfahrensten  Sportstars, Schauspieler und Redner sind nervös. Doch im Gegensatz zu Anfängern haben sie aus Erfahrung gelernt, mit Angst umzugehen und diese zu bewältigen.

Die Techniken, die Sie bei Ihrem Sprachstudium anwenden können auch im Hochschulsystem ihren Einsatz haben. Man kann sie als Gedächtnishilfe oder Lerntechnik verwenden oder auch als Vorbereitung auf eine Präsentation.

Nach den Kursen werden Ihnen ihre Erlebnisse zu Anpassungsfähigkeit verhelfen. In anderen Ländern spielt sich der Alltag anders ab: an einigen Orten kommt Ihr Bus genau zur angegebenen Zeit, anderswo hat er vielleicht eine Stunde Verspätung oder kommt überhaupt nie… und das Leben geht trotzdem weiter.  Wer in einem anderen Land gelebt hat schafft sich bessere Perspektiven für künftige Herausforderungen in der Berufswelt.

Jeanne hat während 24 Wochen in San Francisco Englisch gelernt und sagt, sie „hatte stereotype Vorstellungen über andere Kulturen. Dank dieser Erfahrung sind diese Vorurteile alle verschwunden… Ich bin weniger scheu als zuvor, weil ich sprechen muss und kontaktfreudiger – und ich habe viel Selbstvertrauen erworben.“

Sie entwickeln mit dem Verlassen Ihrer Komfortzone Sozialkompetenzen, fordern sich selbst dazu auf, etwas Neues zu versuchen und – sehr wichtig – treffen auf noch unbekannte Menschen.

Das kulturelle Element

Auf einer Sprachreise kommen die Menschen, die Sie treffen aus aller Welt, nicht nur aus dem Land, in dem Sie sich zum Lernen aufhalten. Sie kommen mit den verschiedensten Backgrounds und   Lebenserfahrungen, den unterschiedlichsten kulturellen Erwartungen und Traditionen. Mit diesen Menschen arbeiten Sie im Klassenzimmer, vier Stunden pro Tag, und sie sprechen mit ihnen nur in einer Fremdsprache.

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Es ist nicht ungewöhnlich, dass man in einer Klasse Mitstudenten aus vier verschiedenen Kontinenten antrifft. Fabio Quintero lernte während 22 Wochen Englisch in Auckland und sagt, dass „der interessanteste Teil des Aufenthalts die Möglichkeit ist, sich mit Menschen anderer Kulturen auszutauschen, sie kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuleben. Das ist wirklich cool… Ausserdem kann man ungewöhnliche Dinge tun, die man sonst nie machen würde, und das verleiht eine andere Perspektive in Bezug auf das, was man von anderen Ländern im Allgemeinen hört.“

Kulturelles Verständnis war nie wichtiger als heute, in unserer unglaublich globalisierten Welt. Selbstverständlich werden Sie mit zunehmend tieferem Eintauchen in eine andere Kultur immer  flexibler und internationaler.

Manon Subilia war zum Englischlernen während 10 Wochen in Fort Lauderdale und sagt „wir waren ein perfektes Team und halfen uns gegenseitig, unser Ziel zu erreichen… Klar, dass man am Schluss auch das Land besichtigt und viel über seine Kultur erfährt. Doch es sind die neuen Freunde, die mir eine andere Annäherung ans Leben ermöglichten.“

Wir behaupten nicht, dass eine Fremdsprache im Ausland lernen Ihr Leben verändern wird, doch das kann eintreffen. Diese Änderungen bringen Ihnen mehr Selbstvertrauen, machen Sie glücklicher und beruflich besser vermittelbar .

Hat Sie Ihr Sprachaufenthalt im Ausland verändert? Mit einem Kommentar können Sie Ihre Erfahrung hier teilen.

Bildnachweis: The Handshake von torbakhopper via CC, Socialising in Italy © Alex Hammond
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